Bisamratte

Bisamratte - Pelztier aus Nordamerika

 

Die Bisamratte ist ursprünglich nicht in Europa heimisch, sondern aus Nordamerika eingebürgert worden. Der Fürst Colloredo Mansfeld brachte 1905 von einer Jagdreise aus Alaska 3 Weibchen und 2 Männchen mit, um diese in seinem Gut Dobrisch, südwestlich von Prag gelegen, auszusetzen. Die Bisamratte konnte sich jetzt sehr schnell in Tschechien ausbreiten und besiedelt mittlerweile große Teile von Europa und Asien. Die Bisamratte kann sich vor allem bei uns in Deutschland sehr bequem ausbreiten, da die Gegebenheiten geradezu ideal für das Tier sind. Die Bisamratte ist keineswegs für den Menschen gefährlich, außer wenn sie in die Enge gedrängt wird, dann neigt sie dazu zu beissen und das nicht schlecht.

Die Bisamratte wurde auch wegen des Pelzes von dem besagten Fürsten nach Europa gebracht und einfach weil die Bisamratte ihm so gefallen hat. Es ist schon immer ein Problem gewesen, wenn Tiere in eine fremde Welt mitgebracht worden sind. Darunter fallen Ziegen und Frösche gleichermaßen. Oder die Kartoffelkäfer auch Coloradokäfer genannt, wurden diese doch im 2. Weltkrieg über Deutschland Säckeweise aus dem Flugzeug abgeworfen, um die Kartoffelernte zu zerstören. Diese Käfer haben wir deshalb heute noch in Deutschland. Solche Dummheiten der Menschen lassen sich nur sehr schwer wieder bereinigen. In Australien ist z.B. eine Ziegenplage. Kaninchen können sich auch dort rasend schnell vermehren, wenn diese keine natürlichen Feinde haben. Also nehmen Sie bitte aus dem Urlaub keine exotischen Tiere mit in Ihr Heimatland, vor allem dann nicht, wenn das sowieso schon verboten ist. Der Ärger ist vorprogrammiert.

  1. Die Merkmale der Bisamratte
  2. Einteilung der Bisamratte
  3. Der Lebensraum und Lebensweise der Bisamratten
  4. Was frisst die Bisamratte?
  5. Kann man Bisamratten essen?
  6. Bisamratte sonstiges
  7. Bisamratte im Garten
  8. Fragen und Antworten zur Bisamratte

 

Merkmale der Bisamratte

Die Bisamratte (ondatra zibethicus) ist ein Nagetier, welches ursprünglich aus Nordamerika stammt. Die Bisamratte ist gegen ihren Namen keine Ratte, sondern gehört den Wühlmäusen an. Bisamratten sind die grössten der Art der Wühlmaus. Das Fell der Bisamratte wird in Kürschnereien auch kurz als Bisam bezeichnet. Der Name Bisam setzt sich auch aus dem türkischen zusammen, wo "besem" Geruch bedeutet, was auf den Moschusduft der Bisamratten Männchen zurückzuführen ist, den diese durch die Geschlechtsanhangdrüsen absondern. Weitere Namen für die Bisamratte sind:

  • Wasserkaninchen
  • Sumpfhase
  • Zibetratte
  • Sumpfkaninchen
  • Moschusratte
  • Zwergbiber
  • Bisambiber

 

Die Bisamratte wird leider oft auch fälschlicherweise als Biberratte oder Nutria bezeichnet.

bisamratte-fotos

 

Einteilung der Bisamratte

  • Ordnung - Nagetiere (rodentia)
  • Unterordnung - Mäuseverwandte (myomorpha)
  • Überfamilie - Mäuseartige (muroidea)
  • Familie - cricetidae
  • Unterfamilie - Wühlmäuse (arvicolinae)
  • Tribus - ondatrini
  • Gattung - ondatra
  • Art - Bisamratte

 

Lebensraum und Lebensweise der Bisamratte

Der Lebensraum der Bisamratte ist an Gewässern, an die sie sich perfekt angepasst hat. Die Bisamratte ist ein guter Schwimmer, wobei die Schwimmbewegungen mit den Pfoten und Schwanz ausgeführt werden. Das Fell ist Wasserabweisend und die Ohren kann die Bisamratte gegen Wassereinfluss verschliessen. Der Schwanz sorgt auch für die nötige Balance im Wasser, da er wie ein Ruder seitlich abgeflacht ist. Die Pfoten der Bisamratte besitzen keine Schwimmhäute, wie das bei Biber und Nutria der Fall ist. Die Größe der Bisamratte ist mit Kopf-Körper bis ca. 35 cm bemessen. Der Schwanz kann eine Länge von bis zu 22 cm haben. Die Bisamratte wiegt im Normalfall zwischen 0,8 bis 1,6 Kilogramm, kann aber auch schwerer werden, je nach Nahrungsangebot. Die Bisamratte ist im Großen und Ganzen kleiner als Biber und Nutria aber doch wesentlich größer als die herkömmliche Ratte. Sie kann tauchen und sich längere Zeit problemlos im Wasser aufhalten.

 

Was frisst die Bisamratte?

Die Tauchzeit der Bisamratte kann bis zu 10 Minuten betragen und sie ist vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Die Bisamratte ist hauptsächlich Pflanzenfresser. In den Speiseplan fallen unter anderem:

  • Gräser
  • Getreide
  • Gemüse
  • Obst
  • Baumrinde
  • Schachtelhalm
  • Laichkraut
  • Seerosen
  • Teichrosen
  • Binsen
  • Rohrkolben
  • Schilf

 

Wenn in der Vegetationsarmen Zeit die pflanzliche Nahrung knapp ist, greift die Bisamratte zur Not auch auf Krebse, Schnecken und Muscheln zurück. Jedoch nur in sehr geringen Mengen. Die Bisamratte stellt somit keine Gefahr auf die Fischerei und dergleichen dar. Der Bau der Bisamratte sind hauptsächlich Höhlen, die die Bisamratte mit den Pfoten gräbt. Diese haben den Eingang unter Wasser und laufen schräg nach oben und enden in einer Kugel, wo die eigentliche Behausung ist. Wenn die Bisamratte keine Möglichkeit hat, Höhlen in die Erde von Ufern zu graben, werden aus Pflanzenteilen Nester, ähnlich dem Biber erbaut. Die sogenannten Bisamburgen. Durch die vielen Höhlen und Gänge, die die Bisamratte in die Ufer gräbt, entsteht der Wasserwirtschaft ein Schaden, der nicht unbedenklich zu sein scheint. Auch Stauanlagen und Dämme werden untergraben und zerstört. Doch das ist nicht immer der Fall und auch nicht die Regel.

Die Lebenserwartung der Bisamratte ist sehr niedrig. Das Durchschnittsalter kann mit 3 Jahren verzeichnet werden. Die Bisamratte stirbt dann aber nicht an Altersschwäche, sondern viel grausamer. Die Zähne der Bisamratte nutzen sich innerhalb von 3 Jahren bis auf das Zahnfleich ab, daß sie nicht mehr fressen kann und an Unterernährung sterben wird. Das hört sich grausam an, wird aber womöglich einen Sinn haben, um eine Überpopulation ausschließen zu können. Die natürlichen Feinde der Bisamratte sind Rotfuchs, Mink, Uhu und Fischotter. Diese machen Jagd auf das Tier. Die Fortpflanzung findet zwei mal im Jahr statt. Das heißt die Bisamratte macht 2 Würfe im Jahr, mit je 30 Tagen Tragezeit. In der Regel kann pro Wurf mit 5-6 Tieren gerechnet werden.

Die Jungen Bisamratten werden nackt und blind geboren. Das Fell wird sich innerhalb von 14 - 16 Tagen entwickeln. Zwischen dem 10. und 14. Lebenstag öffnen sich die Augen der Bisamratten Jungen. Zwischen 4 Wochen und 4 Monaten wird das Fell vollkommen ausgewachsen sein. Die Bisamratten wachsen in den Höhlen auf. Bei der Geburt haben die Jungen ein Gewicht von ca. 20 Gramm. Nach den 4 Monaten Wachstum wird das Gewicht bereits 600 Gramm erreicht haben.

 

Kann man Bisamratten essen?

Die Bisamratte ist ein sehr schönes Tier, welches natürlich auch eine Daseinsberechtigung hat, aber bei uns eigentlich nicht heimisch ist und daher keinem Schutz unterliegt. Wirtschaftlich wird die Bisamratte immer noch wegen des seidigen Pelzes genutzt. Die Bisamratte kann auch verspeist werden. Das Fleisch soll sehr zart und schmackhaft sein, ähnlich wie bei Hühnchen. In Zeiten der Weltkriege war es keine Seltenheit, daß die Bisamratte auf den Tisch kam. Dort war sie sogar ein außerordentlicher Leckerbissen. Doch diese Zeiten sind lange vorbei und man ist nicht mehr auf die Bisamratte als Nahrung angewiesen. Daher wird auch nur noch der Pelz des Tieres genutzt. Landratsämter der Landkreise bezahlen für jedes Fell einer Bisamratte einen kleinen Geldbetrag an den Erleger des Tieres. Zu Zeiten größerer Armut nach dem Krieg war dies eine Lebensgrundlage und Beruf für manche Menschen, auf Bisamratten zu jagen und das tägliche Brot damit zu verdienen.

 

Sonstiges zur Bisamratte

Die Bisamratte richtet jährlich beträchtliche Schäden an Ufern, Dämmen und Wällen an. Diese werden von ihr mit zahlreichen Gängen durchzogen und dadurch instabil. Mancherorts werden auch riesige Pflanzenmengen kahlgefressen und somit der natürliche Pflanzenbewuchs in Teichen und Flüssen dramatisch reduziert. Genauso frisst die Bisamratte zahlreiche Muschelarten, die sogar auf der roten Liste stehen. Aber das weiß die Bisamratte ja nicht. Das Problem ist die massive Ausbreitung, da die natürlichen Feinde in der Unterzahl zu sein scheinen. Auch Fischkrankheiten kann die Bisamratte in der Teichwirtschaft übertragen. Sehr gefährlich ist auch die Tatsache, daß die Bisamratte der Zwischenwirt für den Fuchsbandwurm (echinococcus multilocularis) ist. Die Bisamratten werden meistens mit Fallen gefangen.

 

Bisamratte im Garten

Ich kenne einen Fall, wo eine Bisamratte zu einem Wohnhaus kam. Die Menschen dort hatten einen Gartenteich, der ziemlich groß war. Dort wollte sich die Bisamratte niederlassen. Mitten in der Nacht fing der Hund zu bellen an. Die Bewohner dachten, es käme jemand zur Haustür. Sie öffneten die Tür und sahen, wir der Hund gleich neben der Haustür in ein kleines Rosenbüschchen bellte und jaulte. Die Menschen dachten, wahrscheinlich ist es ein Igel. Den müssen wir retten. Als die Frau das Rosenbüschchen zur Seite drückte, sahen Sie mit der Taschenlampe ein Pelztier mit glattem Schwanz. Nach kurzer Überlegung wußten sie, daß es sich hierbei um eine Bisamratte handelt. Der Mann sagte zur Frau, sie solle sich Arbeitshandschuhe holen und die Ratte in einen Kescher legen, den sie bereits herbeigeholt hatten. Die Frau näherte sich dem eingeschüchterten Tier vorsichtig bis zum Kopf. Auf einmal biss die Bisamratte zu. Durch den Handschuh in den Knöchel der Hand. Das Blut floß in Strömen. Sie versuchten das Tier mit hilfe eines Stocks in den Kescher zu drücken.

Nach wenigen Minuten gelang dies aber doch. Sie fuhren mit dem Tier an einen nahegelegenen Fluß, wo sie die Bisamratte aussetzten, die noch einen mächtigen Schrecken in sich trug. Die Frau ließ sich am nächsten Tag nicht vom Arzt auf Krankheiten oder Infektionen untersuchen. Sie hatte nochmal Glück und infizierte sich nicht mit einer Krankheit. Besser wäre es jedoch zum Arzt zu gehen. Bisamratten können Krankheiten übertragen. Eine Bisamratte, die in die Enge getrieben ist, beisst sofort zu. Egal ob Mensch oder Katze. Für sie geht es hier ums Überleben.

Aber wie kommt es, daß die Bisamratten so nahe ans Haus kommen, ja sogar bis vor die Haustüre? Die Tiere spüren das Wasser und wenn Sie einen Gartenteich besitzen, ist dies eine ideale Behausung für die Bisamratte. Aber Vorsicht. Die Tiere können Ihren Gartenteich schnell kaputt machen. Sie beißen unter anderem Löcher in die Teichfolie und graben Gänge darunter, wodurch das Ufer unstabil und porös wird. Wenn auch Sie mal das Vergnügen haben, eine Bisamratte in Ihrem Grundstück anzutreffen, dann tun Sie ihr bitte nicht weh. Auch vergiften ist sehr brutal und der Bisamratte nicht würdig. Versuchen Sie lieber das Tier lebend zu fangen, wie unsere beiden Spezialisten hier in der Geschichte und setzen sie weiter entfernt, an einem Fluss wieder aus. Dies ist bestimmt eine gute Tat und man braucht sich nicht zu überwinden, Tiere zu töten. Die Geschichte ist übrigens wahr und im Jahre 2008 in Bayern geschehen. Der nächste Fluss, der Regen, ist von diesem Haus mehr als 2 Kilometer weit entfernt. Eine weitere Möglichkeit für das plötzliche Auftauchen der Bisamratte könnten auch die Kanalarbeiten gewesen sein, da zu dieser Zeit in der Nähe des Wohnhauses das Kanalsystem erneuert wurde. Durch diesen teilweise offenen Kanal, kann das Tier natürlich auch zugewandert sein.

Wenn Sie noch mehr Informationen zur Bisamratte lesen möchten, können Sie das hier machen.

Nun wünschen wir Ihnen noch viel Spass beim Weiterlesen und hoffen, dass Sie sich ordentlich über die Bisamratte informieren konnten!

 

Fragen und Antworten zur Bisamratte

 

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  • Hilfe

    Hi wichtige Frage mein Jack Russel hat eine Bisamratte aufgespürt und er wurde oft gebissen , konnte nach Hause laufen .Später ist er müde und will nicht fressen .
    Was kann eine Bisamratte für Krankheiten über tragen , es war auch ein Gewässer mit im Spiel .Kann ein Hund daran sterben ,vom Kampf .

  • Antwort zu: Hund von Bisamratte gebissen und mögliche Krankheiten!

    Hallo,

    in diesem Fall sollten Sie so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen. Wenn ein Hund von einer Bisamratte gebissen wird, können dadurch natürlich auch mögliche Krankheiten übertragen werden. Aber in diesem Fall ist der Gang zum Tierarzt die erste Wahl.
    Auch durch Zecken können bei Hunden Krankheiten übertragen werden. Wir hatten mal einen Hunde, der nach einem Zeckenbiss immer ziemlich schwach war, über Jahre hinweg. Aber hier konnte der Tierarzt nur vermuten, dass es von der Zecke kommt.

    Wenn Sie in einem Tollwut gefährdetem Bezirk wohnen, sollte beim Biss einer Bisamratte immer erhöhte Vorsicht gelten.

    Viele Grüße
    www.teich-filter.eu Team