Die Neunaugen, auch Petromyzonidae genannt sind mit ihrem schlangenförmigen Körper Vorläufer der eigentlichen Wirbeltiere. Die Neunaugen haben sich innerhalb 500 Millionen Jahren im Aussehen und Verhalten kaum verändert. Sie haben für Rückenflosse, Schwanzflosse und Afterflosse einen sogenannten Flossensaum. Sie besitzen keine Schuppen und auch keine Schwimmblase. Das Maul wird als Rundmaul oder Saugmaul bezeichnet. Die Bezahnung besteht aus Hornzähnen. Das Skelett der Neunaugen ist nicht verknöchert. Auf jeder Körperseite sind die 7 Kiemenlöcher zu sehen. Mit je einem Auge und einem Nasenloch kann man auf jeder Seite insgesamt 9 Löcher sehen, die an Augen erinnern. Daher kommt auch der Name Neunaugen. Die Entwicklung und Fortpflanzung findet durch ein mehrjähriges Larvenstadium statt. Die Larven der Neunaugen werden auch als Querder bezeichnet.
Die Neunaugen leben in Küstengewässer und Süßwasser. Mit ihrem Rüsselmaul saugen sich die Neunaugen an Fischen fest, wo diese dann Fleischstücke mit den Hornzähnen abraspeln sowie das Blut trinken. Ein großer und gesunder Fisch kann diese Angriffe überleben. Es bleiben aber kreisrunde Narben am Fisch selber zurück. Zudem befindet sich im Speichel der Neunaugen eine Substanz, die die Blutgerinnung verlangsamen. Dadurch können diese länger an den Wunden der Fische saugen, ohne, daß das Blut vorzeitig gerinnen könnte. Vor langer Zeit waren die Neunaugen, auch Lampreten genannt eine regelrechte Delikatesse. Man sagt diese schmecken besser als Aal. Durch diesen Umstand waren sie auf vielen Mittagstischen sehr begehrt, was dazu führte, daß sie heute mit allen Arten auf der Roten Liste stehen. Eine wirtschaftliche Bedeutung fällt somit weg.